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04.10.2022
Strategie

50 Jahre SAP – 25 Jahre erfolgreiche Zusammenarbeit: Volker Schulz im Interview

Wussten Sie, dass ein Großteil aller Transaktionseinnahmen auf der ganzen Welt mit einem SAP®-System in Berührung gekommen sind? Der Softwarekonzern SAP steht für Systemanalyse und Programmentwicklung. Auch unsere digitalen Anwendungen basieren auf SAP®. Das Unternehmen feiert in diesem Jahr nun seinen 50. Geburtstag, weshalb wir als langjähriger Partner das goldene Jubiläum zum Anlass nehmen, ein Interview mit Volker Schulz, Chief Information Officer von PROMOS consult, über den Softwaregiganten zu führen. Er erzählt nicht nur von der bisherigen, vielseitigen Zusammenarbeit, sondern auch, wie er sich die Zukunft mit SAP vorstellt und welche spannenden Projekte am Horizont stehen. Lesen Sie selbst, was Volker Schulz zu dem Erfolg von SAP zu sagen hat.

IT&I: SAP wird oft als Softwaregigant bezeichnet. Der Konzern hat die Unternehmenslandschaft revolutioniert und das nicht nur in Deutschland, sondern weltweit. Nun feiert SAP 50-jähriges Jubiläum. Was ist Ihrer Meinung nach das Erfolgsrezept von SAP?


Volker Schulz: Das trifft es ziemlich genau – Softwaregigant bedeutet, dass sie wohl einiges richtig gemacht haben. Mit dem ERP-Produkt R/2 waren sie damals (1979) genau zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Von der Finanzbuchhaltung über das Controlling bis zu materialwirtschaftlichen und Instandhaltungsprozessen hat die Lösung alles abgedeckt. So etwas gab es damals noch nicht. Sie haben sich damit als Softwareunternehmen im Markt platziert und eine große Lücke gefüllt. Das war der Grundstein ihres Erfolges. Dann gab es in den nachfolgenden Jahren natürlich eine Vielzahl an Innovationssprüngen, die insgesamt alle zu dem Erfolg beitrugen, den sie heute immer noch haben.


IT&I: Und wann sind Sie das erste Mal mit SAP in Berührung gekommen?


Schulz: Oh – lange, lange her [lacht]. Ich glaube das war 1998. Damals war ich noch mit Jens (Kramer) in einem Tochterunternehmen des VEBA-Konzerns. Wir haben eine Softwarelösung namens WIS (= Wohnungs-Informations-System) entwickelt, die für den Immobilienmarkt gedacht war. Leider hat VEBA das dann irgendwann eingestellt und hat voll auf die Real Estate Lösung von SAP gesetzt. Aus diesen Aktivitäten ist letztendlich die heutige PROMOS consult entstanden.


IT&I: Dann war PROMOS von Anfang an mit SAP verknüpft?


Schulz: Ja, ganz genau.


IT&I: Was sind Ihrer Meinung nach die wichtigsten Errungenschaften von SAP?


Schulz: SAP ist als Technologiekonzern in gewisser Weise verpflichtet, innovativ zu sein. Und das ist ihnen immer gut gelungen. Sie haben stets den Sprung zur richtigen Zeit geschafft, zum Beispiel von R/2 zu R/3 oder vom aktuellen ECC6 SAP-System zu dem heutigen S/4HANA®-System. Technologische Probleme, die es in der Vorzeit gab, haben sie mit der In-Memory-Technologie aufgehoben und jetzt schaffen sie den Sprung zur Cloud-Technologie. Sie waren also immer in gewisser Art und Weise am Puls der Zeit und sind bis heute innovativ geblieben.

IT&I: Wir arbeiten uns gerade an unser 30. S/4HANA® Projekt heran. Womit waren unsere Kunden bisher am meisten zufrieden?


Schulz: Also spontan würde ich sagen, mit uns [lacht]. Aber Spaß beiseite. Wir haben uns sehr frühzeitig mit S/4HANA® beschäftigt und Teams gebildet, die sich mit der neuen Technologie S/4HANA® sehr ausführlich auseinandergesetzt haben. Neben unseren Fachkenntnissen waren auch die inhaltlichen Aspekte des ERP-Systems überzeugend. S/4HANA® hat eine neue Fiori®-Oberfläche, die mehr Flexibilität erlaubt. Aufgrund von funktionalen Änderungen wie der In-Memory-Technologie gibt es viele neue Funktionen in der Finanzbuchhaltung und größere Datenmengen können einfacher verarbeitet werden. Unsere Kunden profitieren also von besseren Möglichkeiten, SAP® flexibler einzusetzen. Das wird gepaart mit unseren Workflow-Engines, die sehr leistungsfähig sind. Unser Prozesstool easysquare workflow beispielsweise ermöglicht es, durchgängige Prozesse im ERP-System S/4HANA® vollständig abzubilden.


IT&I: Das klingt ja alles hervorragend. Gab es bisher auch Herausforderungen in den Projekten?


Schulz: Man darf nicht vergessen, viele ERP-Kunden haben teilweise schon seit 15 oder sogar 20 Jahren dasselbe ERP-System im Einsatz. Und da liegt meistens die Herausforderung bei diesen Projekten, denn die Frage ist: Was kann ich mitnehmen? Oder was will ich mitnehmen? Oftmals wurden intern Funktionen und Erweiterungen, sogenannte Custom Codes, entwickelt. Viele alte Sachen müssen dann angepasst werden. Je komplexer die Anwendung war, die in der Vergangenheit gebaut wurde, desto komplexer ist der Transformationsvorgang.


IT&I: Oftmals muss man den Kunden wahrscheinlich die Ängste vor genau diesen Herausforderungen nehmen?


Schulz: Viele schreien natürlich nicht sofort „Hurra“, vor allem wenn sie mit ihrem schon vorhandenem ERP-System eigentlich zufrieden sind. Manchmal fühlen sie sich sogar unter Zwang gesetzt, jetzt wechseln zu müssen. So ein ERP-System ist an alle Prozesse eines Unternehmens gebunden – wenn man das wechselt, muss man an allen Unternehmensprozessen schrauben. Da bestehen natürlich Ängste, die man nehmen muss. Ich kann jedoch sagen, dass es keinen Kunden gibt, der nach der Umstellung gesagt hat: Das würde ich nie wieder tun. Bei allen bald 30 Projekten waren unsere Kunden am Ende sehr zufrieden, auch wenn es vorher Bedenken gab. Das liegt vermutlich an unseren guten Teams, die genau wissen, wie man ein Migrationsprojekt erfolgreich durchführt.

Informationstechnologie und Immobilien (IT&I) Ausgabe Nr. 37 / Mai 2024

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IT&I: Was sind die wichtigsten Meilensteine in unserer Arbeit mit SAP®?


Schulz: Natürlich war der erste große Meilenstein der Beginn unserer Partnerschaft mit SAP 1998. Der nächste Schritt fand 2002 statt, als wir SAP-Partner im SAP-Systemhaus wurden. Neben der Service-Partnerschaft waren wir nun in der Lage, SAP®-Lizenzen zu verkaufen sowie Softwarepflege und Betreuung dafür anzubieten. Wir sind aktuell Goldpartner – auch das war ein großer Sprung. Ein weiterer war die Einführung des Partner Center of Expertise, also das PCoE, im Jahr 2006: SAP-Partner, die Softwarepflege anbieten, müssen dies unter den Vorgaben und Regularien der SAP tun. Dies wird alle zwei Jahre überprüft. 2006 waren wir meines Erachtens einer der ersten Partner, die diese Zertifikation erhielten. Alle zwei Jahre gehen wir seitdem durch diese Prüfung und haben stets die hohen Anforderungen von SAP für diese Auszeichnung erfüllt. Inhaltlich betrachtet waren wir immer eine Art Innovationstreiber. Wir sind zum Beispiel beteiligt an den Tests der neuen Software-Releases und bieten in unserem Hause SAP-Beratung. Wir waren unter den Ersten, die RE-FX bei Endkunden eingeführt haben sowie unter denen, die eine Transformation zu S/4HANA® angeboten haben. Wir sind immer sehr nahe an dem dran, was von SAP für den Immobilienbereich entwickelt wird. Wir stimmen uns regelmäßig mit den RE-Verantwortlichen von SAP ab. Alle Kundensysteme, die wir hosten, basieren auf SAP® – insgesamt haben wir etwa 330 SAP-Instanzen, die wir für Kunden betreiben.


IT&I: Nach so vielen Jahren der Zusammenarbeit und all den erfolgreichen Projekten ist eine Zukunft ohne SAP® wahrscheinlich gar nicht vorstellbar. Welche Projekte haben wir mit SAP geplant?


Schulz: Wir sind aktuell im Zyklus der S/4HANA®-Migrationen, sowohl mit Bestands- als auch Non-Bestandskunden. Das Wartungsende der heutigen ERP-Lösung ist für 2027 angekündigt. Bis dahin müssen also alle Kunden auf S/4HANA® umgestellt sein. Gerade arbeiten wir an der Transformation großer Kunden wie die TAG Immobilien AG. Wir erhalten auch immer wieder neue Beauftragungen und sprechen insgesamt mit vielen Kunden, die noch nicht umgestellt sind. 2027 liegt schließlich nicht mehr in so weiter Ferne und wir möchten natürlich, dass sie frühzeitig den Sprung schaffen. Die nächsten Projekte werden also in den nächsten vier Jahren sicherlich Migrationsprojekte sein. Im nächsten Jahr kommt die vollständige Version der neuen gewerblichen Immobilienlösung seitens der SAP namens SIRE (SAP Intelligent Real Estate). Viele gewerbliche Kunden werden in diese Richtung schauen und erwägen, ob dies für sie in Frage kommt. Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl an Lösungsmöglichkeiten in der Zukunft, die heute noch nicht so möglich sind – man denke beispielsweise an Artificial Intelligence.


IT&I: Das klingt nach einer spannenden Zukunft und einer schönen Zusammenarbeit, auf die man sich weiterhin freuen kann! Vielen Dank für das Interview.


Schulz: Sehr gerne!

redaktion@openpromos.de

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